Schachgesellschaft Augsburg 1873 e.V.
     

SK Augsburg 1873

Festschriften


Vorwort zur Augsburger Schachgeschichte 1962-1977

Das Augsburger Schach wurde in dieser Zeit durch drei etwa gleich starke Vereine
dominiert: Augsburg 1873, Oberhausen und Anderssen-Pfersee.
Stärkster Spieler bei Augsburg 1873 war Franz Herzog, bei Oberhausen Riedmiller,
Anwander und Siegfried Hofmann, bei Anderssen der ehemalige Bayernmeister Ludwig
Schmitt und Karlhans Achatz.
Aber auch der Schachklub Capablanca und der Verein Augsburger Schachjugend wurden
eine zunehmende Konkurrenz für die drei Großen. Hingegen spielten die Vorstadtvereine
Göggingen, Kriegshaber und Haunstetten damals noch keine Rolle; deren Teams wurden
meist sogar von den zweiten Mannschaften der drei Großen geschlagen.
Im Schwäbischen Raum hatten noch Kempten, Krumbach, Kaufbeuren und Memmingen
starke Teams. 1966 konnte Kempten in starker Besetzung vorübergehend sogar alle
Augsburger Vereine distanzieren. Sensationell war der Aufstieg der Augsburger
Schachjugend 1967 bis in die Oberliga. Dem fusionierten Verein Augsburger Schachjugend-
Anderssen (später in „Königsspringer“ umbenannt) gelang 1968 sogar für eine Spielzeit der
Aufstieg in die Bundesliga II.
Dem Schachklub 1873 gelang der Aufstieg in die Landesliga zunächst 1967, und dann 1969
sogar dauerhaft. 1976 bis 1978 spielte die 1.Mannschaft von Augsburg 1873 sogar in der
Oberliga und trotzte 1977 dem mehrfachen Deutschen Meister München 1836 sogar ein 4:4
ab.
Die Sportart Schach und vor allem die Augsburger Stadtmeisterschaft spielte damals in der
Öffentlichkeit eine wesentlich wichtigere Rolle als heute. Das lag auch an der ausführlichen
Berichterstattung der Augsburger Zeitung, wobei Johann Kampen (Capablanca) sehr
ausführlich und auch einfühlsam berichtete. Viele seiner Zeitungsmeldungen sind hier
zusammengestellt.
Im Unterschied zu heute durfte damals in den Schachlokalen auch noch geraucht werden
und es waren auch „Hängepartien“ üblich. Beides wurde dankenswerterweise inzwischen
abgeschafft.
Die Augsburger Stadtmeisterschaft und auch die Schwäbische Meisterschaft werden
heutzutage in der Presse sehr vernachlässigt, was aber auch daran liegt, dass die stärksten
Spieler sich hier meist gar nicht beteiligen. Damals war das noch ganz anders; es gab harte
Konkurrenzkämpfe, und der Lokalmatador Karlhans Achatz hatte nicht in jedem Jahr die
Nase vorn.
Die Zeitungsberichte habe ich natürlich vor allem aus jenen Jahren besonders intensiv
gesammelt, wo ich selbst am Geschehen beteiligt war. Aus beruflichen Gründen sind daher
die Berichte in den Jahren 1971-1973 seltener. Und in den Jahren ab 1978 müsste jemand
von unseren Mitgliedern noch Berichte und Zeitungsausschnitte liefern.
(Uwe Lang)

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