Schachgesellschaft Augsburg 1873 e.V.
     

06.2020

29.06.2020 Wiederaufnahme Trainingsbetrieb mit Spiel auf Doppelbrettern

Unser Verein hatte vom Betreiber des MGT Herrenbach, der Stadt Augsburg, die Erlaubnis erhalten, wieder mit dem Trainingsbetrieb unter Einhaltung bestimmter Schutz- und Hygienevorschriften zu starten => unter anderem mit der Vorgabe, dass nur Vereinsmitglieder am Training teilnehmen dürfen und dass der Sicherheitsabstand von 1,5m eingehalten würde. Aus diesem Grund haben wir den Versuch gestartet, mit einem Doppelbrett zu spielen, d.h. jeder Spieler bekam sein eigenes Brett und musste so auch die Züge seines Gegenspielers am eigenen Brett ausführen. Nachdem sich die Zufriedenheit darüber in Grenzen hielt wurde entschieden, beim nächsten Training mit Trennwänden und nur noch einem Brett zu spielen.

(Heim)





09.06.2020 Nachruf WIM Gertrude Baumstark (21.5.1941 – 28.4.2020)

Ende April verstarb die Internationale Meisterin Gertrude Baumstark, die viele Jahre für unser Frauenteam spielte. Nach der Übersiedlung aus ihrer rumänischen Heimat nach München landete Gerti über einen persönlichen Kontakt zu Schachfreund Gerhard Leuchter beim SC Caissa. Eine Gastspielgenehmigung machte es möglich, dass sie für unsere Frauenmannschaft spielen konnte. Ein paar Jahre später, als es ihr zu viel wurde, für abendliche Ligakämpfe nach Augsburg zu pendeln, wechselte sie ganz zu uns und spielte
nur mehr an den Bundesliga-Wochenenden.
Auch wenn Gerti zu einem Zeitpunkt bei uns „auftauchte“, zu dem sie nicht mehr voll auf der Höhe auch ihrer Schachkraft war, bedeutete sie für uns eine enorme Verstärkung. Jeder ihrer Partien merkte man ihr großes Können und ihr fundiertes Wissen an. Sie erzielte wichtige Punkte für uns und – was ich als noch viel wertvoller empfand – war vor allem auch ein menschlicher Gewinn. Sie fügte sich vom allerersten Mannschaftskampf an voll und ganz ins
Team ein, bescheiden und zurückhaltend, wie es ihre Art war, liebenswert, herzlich und völlig ohne "Allüren". Und die hätte sie ja durchaus haben können – schließlich besaß sie einen internationalen Namen! Sie wurde zweimal Landesmeisterin in einer Zeit, als Rumänien eine der stärksten Schachnationen insbesondere im Frauenbereich war. Als rumänische Meisterin nahm sie an vier Interzonenturnieren und insgesamt fünf Schacholympiaden teil. Dabei war sie als Mitglied des rumänischen Frauenteams zweimal am Gewinn der Silbermedaille hinter der Sowjetunion beteiligt und erzielte bei der Olympiade in Medellin 1974 an Brett 2 neun Punkte aus 13 Partien. Und 1978 in Buenos Aires gewann sie mit 10 aus 13 an Brett 2 sogar die Silbermedaille für ihr Einzelergebnis! Sie trug den WIM-Titel und erreichte als höchste Elo-Zahl 2245, was vor allem zur damaligen Zeit sehr beachtlich war.
Leider musste Gerti aufgrund eines starken Nachlassens all ihrer Kräfte viel zu früh mit ihrem geliebten Schachsport aufhören. Sie litt in den letzten Jahren an Demenz und wurde zum schweren Pflegefall, bis zuletzt aufopferungsvoll gepflegt von ihrer Schwester. Jetzt erlag sie im Alter von noch nicht ganz 79 Jahren ihrer Krankheit. Dass ein so hoch intelligenter und ein Leben lang in Beruf und Hobby geistig tätiger Mensch unaufhaltsam seine intellektuellen
Fähigkeiten verlor, muss für sie sehr schlimm gewesen sein, tat aber auch allen weh, die sie kannten. Auch diesen letzten Lebensabschnitt erduldete und meisterte sie klaglos. Wir als Schachgesellschaft Augsburg und insbesondere als das Frauenteam der SG durften uns glücklich und geehrt fühlen, dass sie zu uns gehörte und sich bei uns wohl gefühlt hat.

In unseren Herzen bleibt sie lebendig!

(U. Münch)





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